Kultur AC in der Sektkellerei Kessler SoSe 2022

Am Donnerstag, den 21. April 2022, trafen sich eine bunte Mischung aus Gästen, Füxen, Burschen und Jung-AhAh zum diesjährigen Kultur-AC vor den Toren der ältesten Sektkellerei Deutschlands – der Sektkellerei Kessler. Bei einer Kellerführung mit anschließender Verkostung lernten wir vieles über die Geschichte, die Herstellung und die Besonderheiten des Kessler Sekts. Schnell ging es hinunter in den Sektkeller auf sechs Meter Tiefe, wo die Führung startete. Dieser Sektkeller hat eine konstante Temperatur von ca. 13° Celsius, welche ideal für die Gärung und das Reifen der Sekte geeignet ist. Seit 1826 besteht das von Georg Christian von Kessler gegründete Hause Kessler. Nach wie vor wird nach alter Tradition Wein zu feinstem Sekt im Verfahren der Flaschengärung hergestellt. Angefangen mit der Weinlese ausgewählter Qualitätsweine aus Deutschland und dem europäischen Ausland, beginnt die Herstellung der verschiedenen Sektsorten. Darauf folgen das Pressen und die Herstellung des Basisweins mit der ersten Gärung für den späteren Sekt. Im zweiten Teil der Sektherstellung gärt das Ausgangsprodukt ein zweites Mal, diesmal unter Beigabe von Hefe in den jeweiligen Sektflaschen. Die zweite Gärung dauert zwischen 30 und 60 Monate, je nach Art des Sektes. Zu erwähnen ist, dass bei der klassischen Flaschengärung der Sekt die ganze Zeit über, bis hin zum finalen Verkauf des Sektes, immer in ein und derselben Flasche bleibt. Nach dem Reifen auf der Hefe werden die unzähligen Flaschen mit dem Flaschenkopf schräg nach unten in Rüttelpulte gesteckt. Hier wird jede Flasche nach einer genauen zeitlichen Abfolge und einem festen Muster nach und nach gedreht. Hier ist Vorsicht geboten, denn in den Flaschen herrscht ein Druck von sechs Bar! Dieser Vorgang wird auch Remouage genannt. Dieser geschieht bei Kessler teils per Hand und teils maschinell. Um den Hefepfropfen, der sich dann am Ende des Flaschenhalses gebildet hat, zu entfernen, ohne viel Sekt zu verschwenden, wird der Sekthals auf – 25° Celsius heruntergekühlt. Darauf folgt das Degorgieren des Sektes, was der Öffnung der Sektflasche zum Ausschießen der Hefe entspricht. Direkt danach wird die verlorene Inhaltsmenge wieder beim Dosieren mit einer Versandlösung aus Zucker, Most und Wein aufgefüllt, die Flasche Sekt erhält ihren finalen Naturkorken und wird mit einem Drahtbügel agraffiert. Zum Schluss kommt noch das achteckige Kessler-Etikett auf die Flasche. Diese besondere Form hatten auch schon die ersten Sektflaschen im Jahr 1826 und die markante Etikettenform wurde bis heute bei Kessler beibehalten.

Die Sektflaschen wurden mit der Glashütte Buhlbach eigens für Kessler entwickelt, da diese davor dem Druck der Flaschengärung nicht standhielten und mehr als die Hälfte der Flaschenböden brachen. Der Sekt wird in acht verschiedenen Flaschengrößen angeboten. Vom kleinsten zum größten Gebinde: Piccolo (0,2 l), Filette – das Mädlein (0,375 l), Imperial (0,75 l) – die Flasche für einen Mann für einen Tag, Magnum (1,5 l), Jerobeam (3 l), Methusalem (6 l), Salmanassar (9 l) und die Balthasar (12 l). 

Wusstet ihr, dass es früher „Medicinal Champagner“ gab, den man bei Kreislaufbeschwerden offiziell in der Apotheke bekommen konnte?

Nach der Führung kamen wir noch in den Genuss einer Verkostung eines kleinen Glases Sekt, welches alle Teilnehmer sehr genossen haben. Da uns die kleine Verkostung so gut schmeckte, haben wir nach dem offiziellen Teil uns nicht lumpen lassen und drei weitere Imperial Flaschen zum direkten Genuss erworben.

Autor: BB Canyon

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