Reiselust – Das 9.000 Km lange Freundschaftsband

Mexikanische AH-Besuche, Vulkan- und Regenwaldwanderungen sowie Tauchen in den Tiefen der Meere – auf unserer Reise haben wir viel erlebt und gelernt.

Corona hat uns alle sehr eingeschränkt, im täglichen Leben als auch im Studium oder Beruf. Jeden Tag aufstehen, fünf Schritte zum Schreibtisch laufen und dort den ganzen Tag studieren. Tag für Tag dasselbe Spiel, seit zwei Jahren. Diese Eintönigkeit und der fehlende Austausch mit Kommilitonen und Professoren vermittelte uns das Gefühl mental ausgelaugt zu sein. Bevor wir unsere Masterarbeit antreten brauchten wir eine Pause, eine Pause vom Online-Alltag. Herkules und ich entschieden uns daher, mal wieder, zu gehen. So weit weg wie möglich. Doch geht das in dieser Corona-Situation überhaupt? Nach einigen Recherchen, etlichen Emails und Telefonaten bekamen wir dann die Bestätigung: Ein Auslandssemester in Asien ist im WS21/22 möglich! Nach erfolgreicher Bewerbung für einen Studienplatz in Vietnam waren wir Feuer und Flamme, doch dann kam Delta. Die Delta-Variante traf auch Vietnam hart. Wir verfolgten mit großer Besorgnis die steigenden Zahlen und die daraufhin in Kraft tretenden Einschränkungen, bis wir uns Ende Juli dazu entschieden das Auslandssemester nicht anzutreten. Doch was nun? Wir haben uns nicht für Masterarbeiten beworben, die WG-Zimmer sind längst untervermietet oder gekündigt. Was ist unser Plan B? Natürlich waren wir längst auf diese Situation vorbereitet denn das Virus ist unberechenbar. Wir packten also unsere Koffer und am 1. September 2021 war es dann soweit, wir stiegen in den Flieger nach Mexiko. Der Plan: Innerhalb von sechs Monaten alle Länder Zentralamerikas bereisen. Durch die entsprechende Covid-Impfung kein Problem mehr. In Mexiko angekommen besuchten wir einen Freund von Herkules, den er in seinem damaligen Auslandssemester kennengelernt hat. Guadalajara, Mexiko ist ein beliebtes Ziel der Esslinger Studierenden, so wunderte es uns nicht, dass zur gleichen Zeit ein weiterer Bb für einen Freundschaftsbesuch in der Stadt war. Gemeinsam hatten wir eine tolle Zeit mit Stadtbesichtigungen, Ausflügen und der ein oder anderen Party. Selbst Diskothekenbesuche sind in Mexiko kein Problem. Wir zogen weiter von Guadalajara über Guanajuato nach San Luis Potosi, wo wir ein besonderes Vorhaben geplant haben: Unser erster Übersee-AH-Besuch. Unser Bb ist vor langer Zeit zum Arbeiten nach Mexiko gezogen und besitzt in San Luis Potosi mittlerweile seinen eigenen Biergarten. Nach einigen Wochen in Mexiko freuten wir uns natürlich sehr auf die deutsche Küche und Erzählungen aus der Vergangenheit von Easy, der uns herzlich empfangen hat. Danach zogen wir weiter durch Mexiko mit seinen bunten Städten. Wir genossen mexikanisches Essen, guten Tequila, Mariachi Bands und viele weitere Traditionen, bis wir für unseren letzten Stopp in Mexiko-Stadt landeten. Die Arminia hat einige BbBb, die im Ausland leben und so machten wir uns auch in Mexiko-Stadt auf dem Weg einem AH einen Besuch abzustatten. Unser Bb lud uns spontan zu sich nach Hause ein. Wir lernten seine Familie kennen, sprachen viel über das Studium in Esslingen und das Arbeiten in Mexiko. Es war ein wirklich sehr schöner Abend und der perfekte Abschluss für Mexiko, denn am nächsten Tag machten wir uns auf nach Guatemala. Dort angekommen machten wir uns daran unser Spanisch aufzubessern. Wir besuchten für zwei Wochen eine Spanischschule und wohnten währenddessen in einer guatemaltekischen Familie. In dieser Zeit lernten wir viel über die guatemaltekische Kultur. Wir wurden mit traditionellen Speisen versorgt und, da die Familie Kaffee- und Maisfelder besaßen, lernten viel über dessen Anbau. Die Zeit in der Gastfamilie werden wir wohl nie vergessen! Mit mehr oder weniger guten Spanischkenntnissen ging die Reise weiter nach El Salvador und Nicaragua. Nicaragua ist ein wirklich vielfältiges Land und definitiv einen Besuch wert. Wir bestiegen Vulkane, Tauchten im karibischen Meer und surften im Pazifik. Wir lernten viele tolle Menschen kennen und schlossen neue Freundschaften. Insgesamt verbrachten wir fünf Wochen in Nicaragua bis wir anschließend nach Honduras reisten, wo wir Weihnachten und Silvester verbracht haben. Honduras war ein ganz besonderer Punkt auf unserer Reise denn dort kam uns Wolle, ein enger Freund und Bb, besuchen. Und er hatte Geschenke im Gepäck: Esslinger Wein und leckere Weihnachtsplätzchen, gebacken von Bb Melody. Herkules, Wolle und ich verbrachten Weihnachten und Silvester auf den karibischen Inseln Roatan und Utila. Wir spielten mit Papageien und Affen, entspannten unter Palmen und machten Party auf einer einsamen Insel. Doch die meiste Zeit erkundeten wir die Unterwasserwelt Honduras`. Die zwei paradiesischen Wochen sind viel zu schnell vorbeigegangen als Herkules und ich bereits im nächsten Flieger nach Costa Rica saßen. Dort angekommen war es vor allem kalt. Drei Monate lang waren wir Temperaturen um die 30°C gewohnt, nun liefen wir durch Regenwälder hoch oben in den Bergen und kämpften mit 17°C und Regen. Dennoch, die atemberaubende Natur und Artenvielfalt Costa Ricas, egal ob in kalten oder tropischen Regenwäldern, hat uns beeindruckt. Von Faultieren, die in riesigen Bäumen hingen, über Riesenspinnen bis hin zu giftigen Fröschen und tropischen Pflanzen, einfach unbeschreiblich! Mit diesen unvergesslichen Momenten im Gepäck machten wir uns auf nach Panama, der letzten Station unserer Reise. Nach den vielen Wanderungen in Costa Rica verbrachten wir dort zunächst einige Zeit in der Karibik. Kleine Inseln, weißer Sandstrand und türkises Meer, einfach traumhaft. Durch eine Bekanntschaft in Nicaragua erfuhren wir vom Coiba Nationalpark, einem UNESCO-Welterbe. Der Nationalpark besteht aus mehreren Inseln mit vielfältigem Meeresleben. Das haben wir uns als Taucher natürlich nicht entgehen lassen. Unterwasser trafen wir unter anderem auf Oktopusse sowie Riff- und Bullenhaie. Was eine tolle Erfahrung! Unsere letzten Tage in Panama verbachten wir in Panama-Stadt bevor wir Mitte Februar zurück ins kalte Deutschland flogen. 

Sechs Monate, sieben Länder und unvergessliche Momente liegen hinter uns. Während unserer Reise standen wir immer im Kontakt zu unseren BbBb in Esslingen. Sowohl dieser stetige Kontakt als auch die AH-Besuche in Mexiko haben uns gezeigt, dass das Freundschaftsband der Arminia keine Grenzen kennt. Das macht uns als Arminen natürlich sehr stolz. Wir möchten uns an der Stelle bei unseren mexikanischen BbBb für ihre Gastfreundschaft bedanken und insbesondere an unsere aktiven BbBb appellieren: es ist keine Schande sich eine Auszeit zu gönnen. Traut euch, packt eure Koffer und erkundet die Welt. Arbeiten werden ihr noch lang genug in eurem Leben! Wir konnten durch unsere Auszeit durchatmen und neue Kraft sammeln und starten nun motiviert in unser allerletztes Semester.

Autorin: Carrera